Testbericht

Meine Erfahrungen mit DriveNow

18. Januar 2018
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Eigentlich sollte auf diesem Blog schon viel länger ein „richtiger“ Artikel erscheinen, aber da kam leider einiges dazwischen.
Der erste „richtige“ Artikel dreht sich dafür meiner Meinung nach um ein sehr spannendes Thema: Carsharing.
Welche Erfahrungen ich damit gemacht habe und ob ich es empfehlen kann erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Ich komme aus einem 2000 Einwohner Dorf und wohne auch mittlerweile wieder dort. Bis zur nächsten größeren Stadt sind es ungefähr 30-40km.
Da sind die Berührungspunkte mit Carsharing natürlich sehr gering und sollte es eine Firma jemals versuchen hier ganz normale Autos auf kurze Zeiten zu vermieten, würde sie wahrscheinlich schnell den Plan wieder verwerfen.
Mitte letzen Jahres hieß es für mich aber „auf nach München“ für einen Städtetrip von 4 Tagen.
Hierbei nutzte ich die Möglichkeit das Car Sharing Angebot von BMW zu testen und möchte meine Erfahrungen mit euch teilen.
Warum ich mich hierbei für DriveNow und nicht zum Beispiel Car2Go oder einen anderen der vielen Dienste entschieden habe? Das erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Anmeldung

Kurz vor meiner Reise wechselte ich von einer ADAC young Generation zu einer „normalen“ ADAC Mitgliedschaft. Als ich dann durch das beiliegende „Vorteilsheft“ blätterte, fiel mir das Angebot zum Dienst DriveNow auf. Hier entfällt die Anmeldegebühr für ADAC Mitglieder und man bekommt zusätzlich noch 30 Freiminuten spendiert.
Diese verfallen zwar nach 30 Tagen, für mich war dies aber ein super Einstieg um das Angebot zu testen.
Aber wie läuft die Anmeldung ab?
Nachdem man auf der Internetseite von DriveNow seine Daten (Kontakt, Mail, gewählte PIN, Zahlung, etc.) eingetragen hat, werden noch die Daten des Personalausweises und des Führerscheins benötigt. Dazu kann man diese entweder über die PostIdent App der Deutschen Post übertragen oder ganz klassisch in einer DriveNow Registrierungsstation vorzeigen.
Da die nächste DriveNow Filiale erst in der nächsten Stadt zu finden ist, habe ich mich für die PostIdent Lösung entschieden und muss sagen, dass dies überraschend einfach und schnell funktioniert hat.
App installieren, Referenznummer eingeben, Bilder von Personalausweis und Führerschein machen, warten.
Nach kurzer Zeit bekam ich dann eine Mail, dass die Überprüfung erfolgreich war.
Die Anmeldung war also innerhalb von einem Tag geschafft und hat mich als ADAC Mitglied keinen Cent gekostet.
Nach einigen Tagen brachte der Briefträger dann noch einen Brief als Bestätigung der außerdem meine Kundenkarte enthielt.
Der Dienst DriveNow ist übrigens in verschiedenen Ländern und Städten verfügbar.
In Deutschland gibt es das Angebot in Berlin, Köln, Hamburg, Düsseldorf und München.

Der erste Versuch

Bevor es für mich nach München ging, hatte ich mir bereits die DriveNow App installiert und mich dort eingeloggt.
Im Gegensatz zum verregneten Wetter des letzten Sommers, gab es bei meinem Städtetrip (fast) nur Sonnenschein.
Was bietet sich da mehr an, als für den Weg zum nächsten Ziel, nicht die U-Bahn, sondern ein schickes Mini Cabrio zu nutzen?
Schnell die App geöffnet, ein passendes Fahrzeug ausgewählt, reserviert und schon ging es los auf die Suche nach dem Auto. Mit dem Smartphone in der Hand und einer Livekarte im Blick, war der Mini schnell gefunden.
Die DriveNow Autos sind recht gut an ihren Logos zu erkennen, außerdem kennt man die gesuchte Wagenfarbe ja schon aus der App.
Hat man den Wagen gefunden, recht ein Klick und das Auto ist geöffnet. Dann nur noch schnell das Fahrzeug auf vorhandene Schäden überprüfen und schon konnte die Fahrt beginnen. Beim Überprüfen auf Schäden zeigt die App übrigens alle schon vorhandenen Kratzer und sonstige Makel übersichtlich an. Es ist also recht einfach hier neue Makel zu entdecken und zu melden. Die Fahrt läuft dann übrigens ganz „normal“ ab. Es wird nur im Auto auf einen Schlüssel verzichtet und das Auto informiert den Fahrer nicht nur über die normalen Fahr- und Navigationsinformationen, sondern liefert noch Daten zur Vermietung, wie beispielsweise einer Warnung, falls man das aktuelle Geschäftsgebiet verlässt.
Eine weitere Fahrt mit einem BMW i3 lief auch problemlos. Auch das Suchen nach Parkplätzen gestaltet sich einfach, da hier oft keine Gebühren anfallen.

Die App

„There is an app for that“. Ein Slogan der heute auf die meisten Lebensbereiche zutrifft, macht auch bei der Autovermietung keine Ausnahme. Zwar kann man auch mit der Kundenkarte Autos aufschließen, die App bietet aber einfach viele Funktionen, die die Vermietung bequemer machen. Angefangen bei der praktischen Suche nach dem nächsten Auto, dem eben erwähnten Prüfen auf Schäden oder der Möglichkeit sich per übersichtlicher Karte zum nächsten Auto führen zu lassen.
Insgesamt ist die App aber sehr übersichtlich und minimalistisch gehalten. Sie bietet die wichtigsten Funktionen und überfordert den Nutzer nicht. Für mich fühlt sie sich ein wenig beschränkt an, auch wenn ich konkret nicht sagen kann, welche Funktion mir fehlt.

Fahrzeuge

DriveNow ist ein Autovermietungsangebot von BMW. Wie erwartet besteht auch die komplette Flotte aus Fahrzeugen der BMW Gruppe. Es gibt also neben den BMW Fahrzeugen an sich auch MINI Fahrzeuge.
Die Auswahl der Fahrzeuge finde ich gut ausgewählt, neben kleineren Autos wie Mini oder 1er, gibt es mit dem Mini Clubman und dem 2er Active Tourer auch etwas größere Autos, falls mal ein Einkauf ansteht.
Zwei verschiedene Cabrios und der BMW i3, also ein Elektroauto, runden das Angebot ab.
Ich persönlich finde dieses Angebot gut gewählt für den Stadtverkehr. Für größere Transportfahrten gibt es zwar kein Auto, hier hat BMW aber auch kein passendes Modell im Angebot.

Kosten

Ein generell wichtiger Punkt für ein Carsharing Angebot sind die auftretenden Kosten. Ist die Anmeldegebühr, regulär 29€, bezahlt,  gibt es für das Angebot keine laufenden Kosten mehr.
Je nach gewähltem Auto und Nutzung fallen aber verschiedene Gebühren für die Fahrten an. Diese liegen ja nach Fahrzeug zwischen 33 und 36 Cent pro Minute Nutzung. Zusätzlich fällt pro Vermietung eine Versicherungsgebühr von einem Euro an.
Weiterhin kostet die Reservierung der Fahrzeuge 10 Cent pro Minute, falls ihr diese länger als 15 Minuten braucht.
Gesonderte Kosten fallen auch für bestimmte Sonderziele, wie zum Beispiel Flughäfen, an.
Wollt ihr das DriveNow Angebot öfter oder sogar regelmäßig nutzen gibt es hier verschiedene Stunden-, Spar-, oder Prepaid Pakete. Diese sind aber stark vom Nutzungsszenario abhängig, daher werde ich diese hier nicht behandeln.
Alle Informationen zu den Preisen findet ihr übrigens hier direkt bei DriveNow.

Zahlungsweise

Nachdem ich mir nun angeschaut habe, was so eine Fahrt mit einem DriveNow Auto kostet, möchte ich noch kurz auf die Zahlungsweise eingehen. Hier habt ihr die Wahl zwischen Lastschrift und Kreditkarte. Ich nutze hier meine N26 Karte, was problemlos funktioniert.
Allerdings sind mir hier zwei Dinge aufgefallen. Einerseits gibt es nach der Registrierung eine Testbuchung über einen kleinen Betrag, der nach kurzer Zeit wieder erstattet wird. Weiterhin ist der bei der Kreditkarte „reservierte“ Betrag höher, als die eigentlichen Kosten für die Fahrt. Die Buchung erfolgt direkt nach Start der Fahrt. Ich denke hier wird ein Pauschalbetrag pro Fahrt gebucht und anschließend der Rest wieder zurückgebucht. Für Nutzer einer Prepaid Kreditkarte aber durchaus eine nützliche Information, da genügend Guthaben verfügbar sein sollte.

Fazit

Was ist mein Fazit zu DriveNow?
Die Möglichkeit jederzeit ein Auto zur Verfügung zu haben, mit dem man direkt losfahren kann, finde ich sehr angenehm. Weiterhin zahlt man oft keine Parkgebühren auf Parkplätzen und ist generell sehr flexibel. Die Nutzung bei einem Städteurlaub bietet sich natürlich an, bei regelmäßiger Nutzung sollte man aber schauen, ob das Angebot finanziell passt.
Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass die Gebühren laufen sobald man im Auto „sitzt“ beziehungsweise reserviert hat. Man hat also keine Zeit sich erstmal mit der Bedienung des Fahrzeugs auseinanderzusetzen. Bei häufigerer Nutzung sollte das aber kein Problem mehr sein.

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